U20 EM Tampere mit Philipp und Anna 

by WebAdmin
U20 EM Tampere mit Philipp und Anna 

Bereits am Dienstag, 5. August, machten sich Philipp und Anna gemeinsam auf den Weg zum Flughafen Zürich. Zusammen mit dem Schweizer Team, das insgesamt aus 47 Athletinnen und Athleten bestand, flogen sie nach Helsinki. Von dort ging es mit dem Car weiter nach Tampere. Schon am ersten Tag erhielten sie die Gelegenheit, beim sogenannten Shake Out das Wettkampfstadion zu besichtigen. Am Mittwoch folgte der offizielle Trainingstag, an dem alle Nationen das Stadion testen konnten.

Donnerstag und Freitag: 400 m Hürden Philipp
Am Donnerstagnachmittag stand für Philipp der Vorlauf an. Die Nervosität war hoch und alles sehr neu für ihn, da es sein erster internationaler Einsatz ist. Trotzdem lief die unmittelbare Vorbereitung auf den Wettkampf sehr gut und er fühlte sich bereit für ein schnelles Rennen.
Als der Startschuss im Stadion erklang, schoss Philipp auf der Bahn 7 aus den Blöcken und erwischte einen sehr guten, aggressiven Start. Er kam nah an die Hürden auf der Gegengeraden heran, vermutlich aufgrund einer Kombination aus Rückenwind und aggressivem Start ins Rennen. Er konnte seinen Rhythmus aber wie geplant bis zum Beginn der Zielgeraden durchziehen und ein bis dahin sauberes Rennen zeigen. Als dann aus der Kurve heraus seine Gegner sich nacheinander auf seiner Höhe aufreihten, der Lärm des Publikums auf die Zielgerade brandete und der Gegenwind es nicht leichter machte, vorwärts zu kommen, liess er sich leider einen Moment zu viel ablenken. Er musste die letzte Hürde mit einem Schritt mehr nehmen, was zu einem Schockmoment führte. Er konnte sich aber noch stark ins Ziel kämpfen, mit drittbester je gelaufener Zeit ergatterte er sich ein grosses Q für die Halbfinals am nächsten Tag!
Der Freitag und damit das Halbfinalrennen kam für Philipps Beine zu früh. Sie hatten immer noch mit der Anstrengung des Vortages zu kämpfen, trotz intensiver Regenerationsmassnahmen und Physio. Beim Aufwärmen konnte aber die Müdigkeit etwas rausgeschüttelt werden und Philipp fühlte sich dennoch für den Halbfinal bereit. Schwierig war es dennoch, auch die mentale Spannung nochmal aufbauen zu können, zumal er sein grosses Ziel, im Halbfinal zu starten, schon erreicht hatte. Das Rennen verlief bis zur Hälfte dann auch erstaunlich gut und er war sogar schneller als im Vorlauf. Ausgangs Kurve spürte er allerdings seine schweren Beine und hatte leider keine restliche Energie mehr, um noch nachzulegen. Deshalb musste wieder die letzte Hürde eine unelegante Überquerung miterleben und auf das Ziel zu konnte leider auch nicht mehr zugesetzt werden.
Nach kurzer Enttäuschung über das Rennen herrschte dann aber doch der Stolz und die Freude vor, bis in die Halbfinals gekommen zu sein und die Schweiz an dieser unvergesslichen EM vertreten zu haben!

Samstag und Sonntag: Siebenkampf Anna
Am Samstag begann auch für Anna der Wettkampf. Die Vorbereitung verlief nicht ganz optimal, da sie das Training am Mittwoch nach einem «Glutenunfall» auslassen musste. Dennoch startete sie am Samstag motiviert und zuversichtlich in den ersten Tag. Der 100 m Hürdenlauf lief nicht wie erhofft: Ein verschlafener Start und ein etwas zurückhaltender Lauf führten zu einer Zeit von 15.10 s. Dennoch hakte sie das Resultat schnell ab und richtete den Fokus auf den Hochsprung. Hier konnte sie mit übersprungenen 1.71 m zufrieden sein. Im Kugelstoss gelangen ihr drei technisch saubere Stösse, doch die Weite von 11.09 m blieb hinter ihren Erwartungen. Auch der 200 m Lauf war herausfordernd: Der starke Gegenwind auf der Zielgeraden erschwerte den Lauf und die gestoppte Zeit von 26.25 s lag deutlich über ihrer Bestleistung, wie bei vielen anderen Siebenkämpferinnen ebenfalls.
Die Nacht von Samstag auf Sonntag war eher kurz, dennoch stand am zweiten Wettkampftag volle Konzentration auf dem Programm. Im Weitsprung konnte Anna nach anfänglichen Problemen im letzten Versuch mit Unterstützung ihrer Fans noch eine Saisonbestleistung von 5.58 m erzielen. Besonders auf den Speerwurf hatte sie sich gefreut – und sie wurde belohnt: Mit 45.66 m stellte sie eine neue persönliche Bestleistung auf. Nach einer langen Pause von sieben Stunden, die sie unter anderem zur Erholung im Hotel nutzte, ging es ein letztes Mal zurück ins Stadion für den abschliessenden 800 m Lauf, den sie mit einer starken Zeit von 2:15.59 min absolvierte.
Am Ende erreichte Anna mit 5454 Punkten eine neue persönliche Bestleistung, steigerte sich um drei Punkte und belegte den hervorragenden 10. Platz. Zwar hatte sie sich ein noch besseres Resultat erhofft, doch kann sie stolz auf ihre Leistung sein. Mit ihrem zweiten internationalen Wettkampf sammelte sie wertvolle und unvergessliche Erfahrungen, für die sie sehr dankbar ist.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Fans und Unterstützenden, die entweder im Stadion oder zu Hause vor dem Bildschirm mit uns mitgefiebert haben!

Anna und Philipp

Zur Galerie